
Kulturell
Das polnische Dorf im Wald: Polonezköy.
24
In den bewaldeten Hügeln von Beykoz, etwa eine Stunde von Istanbul entfernt, liegt ein Dorf, in dessen Straßen polnische Familiennamen zu lesen sind. Polonezköy wurde 1842 von polnischen Einwanderern gegründet, die nach einem Aufstand gegen Russland Zuflucht im Osmanischen Reich suchten; der Ort trug zeitweise den Namen Adampol.
Beykoz, İstanbul
Kulturell
Radar Editör
3. September 2026
Über den Ausflug
In den bewaldeten Hügeln von Beykoz, nur eine Stunde von Istanbul entfernt, liegt ein Dorf, in dessen Straßen polnische Familienamen zu lesen sind. Polonezköy wurde 1842 von polnischen Einwanderern gegründet, die nach einem Aufstand gegen Russland Zuflucht im Osmanischen Reich suchten; der ursprüngliche Name des Dorfes war Adampol. Heute leben in dem Dorf, das nur wenige hundert Einwohner hat, noch immer Familien polnischer Herkunft, und die Frühstücksgärten des Dorfes sind ein beliebtes Ausflugsziel für Istanbuler am Wochenende.
Anreise: Die öffentlichen Verkehrsmittel sind begrenzt; das mit dem Auto am einfachsten. Von Kavacık aus kann man die Abzweigung nach Polonezköy nehmen und in 20 Minuten durch den Wald zum Dorf fahren. Man kann auch mit dem Bus nach Beykoz fahren und von dort mit einem Kleinbus zum Dorf, aber die Fahrten sind selten und werden am Nachmittag eingestellt. Am Wochenende bildet sich ab 10 Uhr morgens ein Stau am Eingang des Dorfes.
Tagesplan: Sobald man das Dorf erreicht, sieht man die Holzhäuser an der Hauptstraße, die kleine katholische Kirche und den Friedhof. Die polnischen Namen auf den Grabsteinen erzählen die Geschichte des Dorfes. Im kleinen Andenkmuseum (Zofia Ryży Haus) werden Dokumente zur polnischen Einwanderung ausgestellt. Danach kommt das eigentliche Highlight: ein spätes und ausgiebiges Frühstück. In den Gärten werden Dorfkäse, Honig, Butter und – eine Besonderheit des Dorfes – Wurst und Schinken mit Schweinefleisch serviert; so vermischt sich die polnische Küche mit den lokalen Produkten.
Am Nachmittag kann man im Naturpark Polonezköy spazieren gehen. Im Eichen- und Kastanienwald gibt es markierte Wanderwege; der kürzeste ist 3 Kilometer lang und führt zu Picknickplätzen. Im Winter verwandelt der verschneite Wald, im Herbst die gelb-roten Blätter die Wanderung in ein besonderes Erlebnis. In der Umgebung des Dorfes gibt es Reiterhöfe und Abenteuerparks, die für Familien mit Kindern eine zusätzliche Option bieten.
Essen und Trinken: Die Frühstücksgärten sind am Wochenende ohne Reservierung schwer zu bekommen; unter der Woche ist es ruhiger. Für Mittag- und Abendessen gibt es in den Dorfgaststätten polnische Pierogi (gefüllte Teigtaschen) und Bigos (Eintopf), aber die Speisekarten sind hauptsächlich türkisch.
Rückreise: Um Staus zu vermeiden, sollte man das Dorf zwischen 17 und 18 Uhr verlassen. Eine längere, aber landschaftlich reizvolle Alternative ist die Fahrt über Riva zur Schwarzmeerküste und die Rückfahrt über die Küstenstraße nach Şile.
Praktische Hinweise: Für Wanderungen im Wald sollten Sie festes Schuhwerk tragen und im Sommer ein Spray gegen Zecken und Mücken mitnehmen. Im Dorf gibt es nur wenige Geldautomaten, daher sollten Sie Bargeld mitnehmen. Für Übernachtungen gibt es im Dorf Pensionen und Hotels im Wald; diese sind am Wochenende oft schnell ausgebucht.
Die beste Reisezeit ist der Herbst: Der Wald verwandelt sich in ein Farbenmeer, die Frühstücksgärten sind weniger überfüllt, und im Oktober finden im Dorf kleine Gedenktage statt, die die polnische Geschichte des Ortes würdigen. An Wochenenden im Sommer kann der Verkehr am Eingang des Dorfes die Zeit, die Sie im Wald verbringen, beeinträchtigen; es lohnt sich,
Standort - Das polnische Dorf im Wald: Polonezköy.
Ausflugsinformationen
StadtBeykoz, İstanbul
ArtKulturell
Datum3. September 2026
QuelleRadar Editör
Autor
Radar Türkiye
